Wer schafft 100 Meter in 10 Sekunden?
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Spielsuchtprävention

Wettanbieter und Buchmacher sind sowohl online als auch offline im Wettbüro sowie im Casino dazu verpflichtet, den Kunden vor sich selbst zu bewahren. Das klingt in erster Linie positiv und nach einem ambitionierten Ziel. Relativ schnell ist aber zu erkennen, dass die meisten Anbieter von Sportwetten lediglich jene Aspekte in Hinblick auf Spielsuchtprävention anbieten, die gesetzlich verlangt werden. Das stellt besonders für spielsüchtige oder spielgefährdete Personen keinen ernstzunehmenden Schutz dar. Vielmehr gibt es kurze Selbsttests, bei denen die erwünschten Antworten vollkommen klar erkennbar sind. Beispiele dafür sind:

  • Spielen Sie öfters mit Beträgen, die Sie sich im Falle des Verlusts gar nicht leisten können?
  • Verspüren Sie manchmal einen Zwang zum Spielen, ohne dass es Ihnen eigentlich Spaß macht?
  • Können Sie gelegentlich nicht ruhig schlafen, weil Sie an Spielelemente denken müssen sowie den Drang zum weiteren Spielen wahrnehmen?

Solche offensichtlichen Tests dienen zum potentiellen Selbstausschluss vom Wetten und dem Spielen in Casinos und Pokernetzwerken. Die eigentliche Problematik dahinter ist: Warum sollte sich eine Person selbst vom Wetten ausschließen, wenn diese spielsüchtig ist, und somit unbedingt Gamblen will? Die gesetzliche Lage ist also eher unwirksam und verpflichtet Wettanbieter und Buchmacher lediglich zur Angabe diverser Informationen sowie Hotlines und Selbsttests für potentiell betroffene Menschen.

Üblicherweise gibt es bei Sportwetten- und Casinoanbietern befristete Sperrungen, vollkommene Sperrungen ohne Zeitangabe oder die Möglichkeit das Konto löschen. Wenn sich ein Wettkunde zu seiner Sicherheit selbst ausschließt, muss das Wettkonto eine bestimmte Zeit lang gesperrt sein. Auch die Aufhebung hat eine gewisse Abklingzeit. Das kann von mehreren Tagen bis zu Wochen reichen. Wenn man als Wettkunde seine Sperrung verlängern will, passiert das hingegen unmittelbar, da es der eigenen Sicherheit dient. Bei befristeten Sperrungen oder Sperrungen ohne Zeitangaben bleiben für gewöhnlich offene Wetten auch wirklich offen bis diese geprüft wurden und eingesetztes bzw. gewonnenes Geld kann nach eigenem Ermessen ausgezahlt werden. Solche Regelungen werden in den AGBs von Wettanbietern niedergeschrieben und sind, wie bereits erwähnt, bis zu einem gewissen Ausmaß gesetzlich verpflichtend.

Nicht nur Sport, sondern auch Spielsuchtprävention bedeutet vollen Einsatz
Nicht nur Sport, sondern auch Spielsuchtprävention bedeutet vollen Einsatz

Sperrungen, die durch Selbstausschluss im Sinne von Responsible Gaming und Spielsuchtprävention passiert sind, können bei den meisten Buchmachern auch partiell aufgehoben werden. Beispielsweise kann man beantragen, dass man lediglich für Casino Spiele, nicht aber für Sportwetten und Poker freigeschaltet wird. Hierzu ist die Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Kundenservice erforderlich.

Beim erwünschten Schließen eines Wettkontos seitens eines Spielers, ist ein Wettanbieter dazu verpflichtet, diesem Wunsch nachzukommen. Es werden demnach alle vertraglichen Verpflichtungen zwischen den beiden Parteien – dem Wettkunden und dem Buchmacher – abgehandelt. Diese beinhalten die Abrechnung aller offenen Wetten, die Auszahlung aller offenen Beträge und eine eventuelle Klärung nebensächlicher Aspekte. Zu letzterem kann beispielsweise jener Fall zählen, dass sich der Kundensupport des Wettanbieters nicht sicher ist, ob der Kunde sein Wettkonto schließen oder doch nur sperren wollte. Beide Fälle werden unterschiedlich behandelt und haben andere Auswirkungen.

Abschließend ist es wichtig zu erwähnen, dass alle hier beschriebenen Selbstausschlussmethoden und Sperrungsverfahren nichts damit zu tun haben, dass Wettanbieter Kunden aus anderen Gründen sperren können. Hier geht es ausschließlich um sogenanntes Responsible Gaming und dem damit verbundenen Selbstausschluss aus Gründen der Spielsuchtprävention. Im Fall von Betrugsverdacht, unzulässigen Handlungen im Sinne der AGBs oder anderen Methoden, die dem Buchmacher ein Dorn im Auge sein können, kann seitens des Wettanbieters aktiv auf Sperrmaßnahmen zurückgegriffen werden, sofern diese gerechtfertigt sind. Nähere Informationen dazu finden sich auch in unserer Sektion der rechtlichen Grundlagen, die für Buchmacher gelten.

Rechtliche Aspekte

Die rechtlichen Belangen rund um online Buchmacher sind in vielerlei Hinsicht auf jene Punkte zurückzuführen, die im Bereich von Spielsuchprävention oben bereits genannt wurden. Zumindest sind das jene Aspekte, die für Kunden relevant sind. Aus Sicht eines Wettanbieters hingegen gibt es natürlich viele weitere Faktoren zu beachten. Darunter fallen Lizenzen, ohne die man nicht als Buchmacher aktiv sein kann, umfaassende organisatorische und verwaltungstechnische Maßnahmen, um besagte Lizenzen zu erhalten sowie zu behalten und ein  breit gefächtertes Angebot, das voll und ganz den rechtlichen Vorschriften entspricht. Letzteres ist in Anbetracht von Spieler- und Datenschutz sicherlich nicht immer einfach. Andererseits ist es als positiv zu erachten und sehr wichtig, dass hier gesetzliche Bestimmungen regeln, was sonst in finanzorientierten Privatunternehmen ignoriert werden würde: Das Wohl des Kunden.

Spielerschutz = Selbstschutz
Gesetzliche Verpflichtung für Spielsuchprävention
Allerdings sehr geringfügiger Schutz für betroffene Personen
Sportwetten, Casino- und Pokerspiele sollen Spaß machen
Andernfalls kann dieses Hobby zur Sucht werden
Wichtig ist ein gesundes Maß an Selbstbeherrschung und Freude am Spielen